Fallbeispiel: Rendite im Vermögensaufbau

Fallbeispiel: Rendite im Vermögensaufbau

Geschrieben am 06.04.2019
von Redaktion OFFIZIER.INFO


Die Situation

Josephine ist Oberstärztin und verheiratet mit Torsten, der als Chirurg in der Klinik am Wohnort arbeitet. Bereits als Kind hat sie von ihrem Vater eingetrichtert bekommen: „mit Geld spielt man nicht“. Dieser und ähnliche Glaubenssätze haben dazu geführt, dass Josephine stets nur auf „sichere“ Anlagen setzte. Prämiensparer, Tagesgeldkonto und Bausparverträge, sowie einige klassische Rentenversicherungen erschienen ihr als einzig sinnvolle Anlage. Zusammen mit dem mittlerweile ererbten Familienhaus und der zu erwartenden Pension fühlt sie sich imer noch auf der sicheren Seite.


Das Problem

Von Jahr zu Jahr sind die Renditen in den von Josephine gewählten Sparformen gesunken, teilweise ohne dass sie es selbst bemerkte. Grund dafür ist die von der Europäischen Zentralbank verfolgte Niedrigzinspolitik.


Die Konsequenz

Von den mageren Renditen muss (allerdings nur bei größeren Vermögen) 25% Abgeltungssteuer, Vertragskosten sowie die Inflationsrate abgezogen werden. So hat beispielsweise ein Bausparer von Josephine, der auf den ersten Blick noch 0,5% Guthabenzins verspricht, eine effektive Rendite (Nach Steuer, Kosten, Inflation) von -1% bis -2%. Hochgerechnet bedeutet das bereits nach 10 Jahren, dass Josephine nicht etwa Vermögen vermehrt, sondern zu 10-20% vernichtet hat. Bei 20 bis 30 Jahren kostet ihr subjektives Sicherheitsgefühl also 30-40% ihres Vermögens. Das Perfide ist: auf dem Papier sind die Zahlen größer geworden, nur effektiv, kann sie sich davon einfach nur noch einen Bruchteil kaufen.