Fallbeispiel 'Gesundheit': (Sanitäts-)Offizier und Berufssoldat

Fallbeispiel 'Gesundheit': (Sanitäts-)Offizier und Berufssoldat

Geschrieben am 24.03.2019
von Redaktion OFFIZIER.INFO


Die Situation

Nadine liebte Ihren Job als Sanitätsoffizier der Bundeswehr. Daher hatte sie sich bereits frühzeitig dazu entschieden, Berufssoldatin zu werden. Aber wie so oft verläuft das Leben ganz anders als die ursprüngliche Planung. Nach der Geburt ihrer Kinder stellt sie fest, dass ihre Bundeswehr-Karriere und ihre private Familienplanung nicht mehr so recht zusammenpassen wollen. Als ein befreundeter Arzt schließlich anbietet, sie könne gerne in seiner Praxis einzusteigen, kann sie der Verlockung nicht widerstehen und lässt sich auf SaZ zurückstufen. Nadine lässt sich nun erstmalig von einem Soldatenexperten beraten – bisher war sie immer Kundin beim Versicherungsvertreter ihrer Eltern geblieben.


Das Problem

Da sie den KV-Vertrag ihrer Eltern damals einfach ungeprüft auf sich umstellen ließ, und sich der Versicherungsvertreter damals überhaupt nicht mit Beihilfetarifen auskannte, fehlen nun wichtige Bausteine. Die benötigten Leistungsverbesserung bei Ihrem Versicherer würden nur mittels „Gesundheitsprüfung“ gewährt. Diese besteht sie allerdings aufgrund der „dicken“ G-Akte jedoch nicht mehr. Auch andere Versicherer lehnen ihren Antrag ab. Selbst wenn Sie Berufssoldatin geblieben wäre, wäre der Fehler mit Beginn der Pensionierung aufgefallen: der Beihilfeergänzungstarif hätte gefehlt und alle Beihilfe-Kürzungen wären damit zulasten ihres Geldbeutels gegangen. In Summe stellt sie sich künftig auf einige zehntausend Euro Zuzahlungen bis ins hohe Alter ein.


Die Konsequenz

Der für selbstständige und angestellte Ärzte äußerst wichtige Baustein „Krankentagegeld“, welcher bei Arbeitsunfähigkeit sicherstellen soll, dass die Rechnungen bezahlt werden können, kann nicht mehr hinzugenommen werden. Im Fall der Fälle eine existenzielle Absicherungslücke.

Nadine: „So schön die Erlös-Situation meiner Praxis ist, irgendwie keine schöne Vorstellung, dass einem schnell das Wasser bis zum Hals steht, wenn man länger nicht mehr arbeiten kann und die Berufsunfähigkeitsversicherung noch nicht einspringt…“